Ent-Wirrung rund ums Kokosöl und Co.

Kokosfett oder Kokosöl?shutterstock_162996863

Hierbei handelt es sich um ein und dasselbe Produkt. Die Begriffe "Fett" und "Öl" zeigen lediglich den unterschiedlichen Aggregatzustand an.  Natives Kokosöl liegt in unseren Breitengraden zumeist als Kokosfett vor, erst ab 24°C wird es flüssig. Einschonend gepresstes BIO Kokosfett mit der Bezeichnung VCO (Virgin Coconut Oil) ist weiss im festen und transparent im flüssigen Zustand.

Bei einem hochwertigen BIO-Kokosöl VCO wird auf technische Verfahren wie Desodorieren, Fetthärtung, Bleichen u.a. Absurditäten verzichtet, welche das Fett in seiner Qualität mindern und sogar die biologischen Prozesse im menschlichen Organismus negativ beeinflussen können. Virgin Coconut Oil verströmt daher einen feinen Kokosnuss-Duft.

 

Gesättigte Fettsäuren

Bei all den Negativ-Schlagzeilen wird leicht vergessen, dass auch die gesättigten Fettsäuren wichtige Aufgaben im Körper erfüllen. Sogar die Hälfte der Fettsäuren in der Muttermilch bestehen aus gesättigten Fettsäuren.

    • Gesättigte Fettsäuren sind unempfindlich gegenüber Licht und Sauerstoff,
      so dass sie kaum oxidieren (ranzig werden).
    • Zusammen mit dem Cholesterin festigen sie unsere Zellmembranen.
    • Langkettige gesättigte Fettsäuren sind wichtige Energielieferanten,
      u.a. für die Herz- und Muskelzellen.
    • Kurz- und mittelkettige Fettsäuren sind besonders leicht verdaulich
      und werden zur Energiegewinnung verwendet.
    • Die in Kokosfett dominierende Laurinsäure wirkt zudem antimikrobiell.

Quelle: Ulrike Gonder „Fett“, Herzelverlag 2006

 

Transfettsäuren

Transfettsäuren machen ein Fett hart. Diese Eigenschaft macht man sich bei der industriellen Fetthärtung zunutze, wenn aus flüssigen Ölen z.B. streichfähige Margarine hergestellt wird. Mittlerweile ist klar: Wenn es eine Art von ungesunden Fettsäuren gibt, dann gehören die Transfettsäuren dazu.

 

    • Transfettsäuren können in Zellmembranen eingebaut werden
      und sind in der Lage, deren Eigenschaften negativ zu beeinflussen.
    • Sie reichern sich im Körper an und behindern die Nutzung anderer ungesättigter FS
    • Sie erhöhen den Cholesterinspiegel und senken die Insulinempfindlichkeit,
      was wiederum Übergewicht, Diabetes und Herz-Kreislaufkrankheiten begünstigt.
    • Ein hoher Transfettsäuren-Verzehr geht mit erhöhten Infarkt-Raten und Entwicklungsstörungen bei Kindern einher.

Quelle: Ulrike Gonder „Fett“, Herzelverlag 2006

 

Bei konventionell hergestellten Ölen und Fetten kommen verschiedene Raffinations-Methoden zum Einsatz, um mehr Ertrag zu erzielen. U.a. werden bei der Pressung Lösungsmittel beigefügt, welche nicht gänzlich ohne Rückstände aus dem Öl heraus gefiltert werden können. Selbst ranziges Öl kann durch diese Methoden geschmacklich neutral werden. Selbstredend werden mit diesen Techniken auch erwünschte Stoffe zerstört (beim Kokosöl z.B. die nützliche Laurinsäure).

 

Jedes Öl hat sein Einsatzgebiet

Zum Braten eignen sich zum Beispiel Butter, Olivenöl oder Kokosöl. Wobei sich letzteres am höchsten erhitzen lässt. Sobald eine Rauchentwicklung beim Erhitzen von Öl oder Fett entsteht, ist der sogenannte Rauchpunkt erreicht. Hierbei entwickeln sich gesundheitsschädliche Stoffe und das Öl sollte nicht mehr verwendet werden! 

 

Omega-Fettsäurenshutterstock_44954071

Bei den mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist oft von den Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren die Rede. Auch hier kommt es auf das Mengenverhältnis zueinander an, welches bei 1:3 bis 1:5 liegt. Dieses ideale Mengenverhältniss der Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren findet sich im Hanföl, Walnussöl oder im Rapsöl. Alle diese Öle dürfen jedoch ausschliesslich in der kalten Küche verwendet bzw. keinesfalls erhitzt werden. Um einen Mangel an Omega-3-Fettsäuren zu beheben eignet sich Leinöl, da dieses Öl gleich vier Mal mehr Omega-3-Fettsäuren als Omega-6-Fettsäuren enthält. 

mehr darüber finden Sie unter "Leinöl" und "Omega-3".

 

Fazit: Öl ist nicht gleich Öl

Es gibt in der Natur keine "schlechten Fettsäuren". Ob lang- oder mittelkettige gesättigte, ungesättigte oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren: Entscheidend für Nutzen oder Schaden sind die Mengenverhältnisse und vor allem die Produktqualität. Öl ist nicht gleich Öl.

Achten Sie beim Kauf auf Herkunft, Qualität und Gewinnung des Rohstoffs, auf die Art der Pressung und Weiterverarbeitung:Kontrollierte und analysierte Bio-Saaten, schonende Pressung und möglichst naturbelassene Abfüllung sowie kurze und transparent nachvollziehbare Transportwege sind ebenfalls von grosser Bedeutung für die Wertigkeit und Qualität eines jeden Pflanzenöls.

 

Merke:

Alle Pflanzenöle welche reich an mehrfach ungesättigten Fettsäuren sind, sind besonders instabil und oxidieren sehr schnell durch die Einwirkung von Wärme, Sonne und Luft. Daher ist besonders für solcherlei Öle eine schonende Kaltpressung und kurze Wege bis zum Endverbraucher von entscheidender Bedeutung für Qualität und Geschmack. brunozimmer Öle stehen für höchste Qualität, schonende Herstellung und direkte kurze Transportwege. bei claresol werden die pressfrischen Öle permanent kühl und dunkel gelagert, so bleiben Geschmack und Inhaltsstoffe längstmöglich erhalten.

Zuletzt angesehen