Histamin-Intoleranz

Allgemeine Hinweise

Eine sichere Angabe, ob und in welcher Menge Histamin in einem Lebensmittel enthalten ist, ist nicht möglich, da der Histamingehalt in Lebensmitteln von vielen verschiedenen variablen Faktoren abhängig ist (Sorte, Frische, Reife, Bearbeitung, Lagerung, Hygiene …). Ein und dasselbe Lebensmittel kann daher frisch völlig unbedenklich sein, bei längerer Lagerung oder Reifung jedoch hohe Mengen an Histamin entwickeln und so unverträglich für HIT werden.

Eine sichere Angabe, ob und in welcher Menge Histamin in einem Lebensmittel enthalten ist, ist nicht möglich, da der Histamingehalt in Lebensmitteln von vielen verschiedenen variablen Faktoren abhängig ist (Sorte, Frische, Reife, Bearbeitung, Lagerung, Hygiene …). Ein und dasselbe Lebensmittel kann daher frisch völlig unbedenklich sein, bei längerer Lagerung oder Reifung jedoch hohe Mengen an Histamin entwickeln und so unverträglich für HIT werden.

Einige histaminhaltige Lebensmittel werden in kleinen Mengen teilweise vertragen. Dies gilt jedoch nur, wenn die individuelle Toleranzgrenze nicht überschritten wird (welche jeweils selbst herausgefunden werden muss). 

Wichtig: Die Histaminaufnahme aus Flüssigkeiten geht wesentlich rascher und konzentrierter vonstatten, als jene aus fester Nahrung! Das bedeutet, ein gleichzeitiger Konsum von histaminhaltigen Nahrungsmitteln und Alkohol begünstigt das Auftreten von Symptomen, da Alkohol die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut erhöht. Das Histamin gelangt so verstärkt in die Blutbahn und löst Beschwerden aus. 

Bei Vorliegen einer Darmentzündung (Calprotectin oder Alpha-1-Antitriypsin) ist zusätzlich eine Glutenkarenz einzuhalten!

Grundsätzlich gilt: Eine Histamin-Diät zielt darauf ab, den Konsum von histaminreichen Lebensmitteln und Histamin-Liberatoren so weit als irgend möglich zu beschränken. Da viele Nahrungsmittel Histamin bzw. biogene Amine enthalten oder bilden, ist ein völliger Verzicht praktisch kaum möglich. Es kommt jedoch sehr auf die Menge des zugeführten Histamins und die gewählten Kombinationen an. 

Tipps für die Küche

  • möglichst frische Nahrungsmittel verzehren  (bei Lagerung und zunehmendem Reifegrad steigt der Histamingehalt in allen Nahrungsmitteln! 
  • möglichst unbearbeitete Lebensmittel wählen (verzichten Sie weitgehend auf alle Zusatzstoffe, Konservierungs- und Farbstoffe, Glutamat, Hefe, Hefeextrakt, Soja etc.).
  • keine geräucherten, vergorenen und konservierten Nahrungsmittel essen (keinerlei Konserven, nichts eingelegtes, geräuchertes, fermentiertes wie Sauerkraut, Essiggurken etc.
  • Achten Sie streng auf die Hygiene in der Küche (Histamin entsteht auch durch Bakterien).
  • Histamin ist absolut temperatur-unempfindlich und kann daher weder durch Erhitzen noch durch Tiefkühlen zerstört werden.
  • Streng aufgepasst bei Fisch und Meeresfrüchten! Bereits bei geringen geschmacklichen Veränderungen müssen Sie mit einem erhöhten Gehalt an Histamin und anderen biogenen Aminen rechnen. Daher gilt: NUR fangfrischer weisser Fisch darf auf den Tisch!  

HISTAMIN-INTOLERANZ - Ernährungsrichtlinien

Zu bevorzugen sind histaminarme Lebensmittel

  • frisches Gemüse und Salat: Nüsslisalat, Eisbergsalat, Endiviensalat, Romanosalat, Chicoree, Grünkohl / Kabis, rote Beete, Kürbis, Zwiebel, Radieschen, Radi / Rettich, Rapunzel, Paprika / Peperoni (keine scharfen!), Rüebli, Brokkoli, Kartoffeln, Gurken, Lauch, Zucchini / Zucchetti, Mais, Spargel, Knoblauch, Blumenkohl
  • frisches Obst: Melone, Blaubeeren, Preiselbeeren, Heidelbeeren, Litchi, Mango?, Rhabarber, Kirschen, Aprikosen, Äpfel (keine alten Lageräpfel!)
  • Frischkäse, wenig gereifter Käse (Butterkäse, junger Gouda)
  • pasteurisierte Vollmilch, Quark, Joghurt
  • fangfrischer Fisch
  • frisches Geflügelfleisch (Ente, Poulet / Huhn, Gans)
  • Dinkel-, Mais- und Reisnudeln
  • hefefreies Roggenbrot, Mais-Reis-Waffeln, Knäckebrot ohne Hefe 
  • Haferflocken, Reis (vor allem Basmati)
  • Reismehl, Hirsemehl
  • Reis-, Hafer- oder Kokosmilch
  • Gemüsesäfte (alle ausser Sauerkraut und Tomate)
  • Obstsäfte (ohne Zitrusfrüchte und Ananas)
  • Kräutertees (kein Grüntee)

 

Verzichten auf histaminreiche Nahrungsmittel + Histamin-Liberatoren

  • Fleisch: Schweinefleisch und alle Wurstwaren (Cervelat, Salami, geräucherter Schinken, Räucherspeck, Wurstaufschnitt u.ä.)
  • Fisch: Thunfisch, Makrelen, Sardinen, Sardellen, Meeresfrüchte
  • Käse: alle stark gereifte Käsesorten, Hartkäse, Schimmelkäse, Schmelzkäse
  • Gemüse: Tomaten - insbesondere Tomatenmark, Spinat, Sauerkraut
  • Nüsse : vor allem Cashewnüsse, Erdnüsse, Walnüsse
  • Hülsenfrüchte, Bohnen, Sojaprodukte, Weizenkeime
  • Früchte: nachgereiftes Obst, Erdbeeren, Bananen, Birnen, Ananas, Kiwi, Papaya, Himbeeren, Zitrusfrüchte
  • Mate-Tee, schwarzer und grüner Tee
  • Schokolade und Kakao
  • ALLE Konserven und Fertigprodukte
  • Alkohol (vor allem Wein und Weizenbier / Weissbier)
  • Weinessig, Balsamico (gut verträglich ist vor allem Apfelessig)
  • Zusatzstoffe: Farbstoffe (E 102, 110, 122. 127), Konservierungsstoffe ( E 200 - 203, 210 - 213, 220 - 227, 231 - 232) Nitrate (E 251, 252), Glutamate (E620 - 625)
  • weitere Informationen z.B. unter http://www.histaminintoleranz.ch/einleitung.html

Hoher Histamin-Gehalt (bzw. DAO-Hemmer)

Grundsätzlich alle geräucherten, fermentierten, eingelegten, gelagerten und konservierten Lebensmittel und Fertigprodukte mit versch. Zusatzstoffen.

  • Fleisch: Schweinefleisch und alle Wurstwaren (Cervelat, Salami, Rohschinken, Räucherwurst, Streichwurst, Corned Beef…)
  • Fisch: alle Fischkonserven, Räucherfisch, Thunfisch, Makrelen, Sardinen, Sardellen, Meeresfrüchte, Schalentiere
  • Käse: alle stark gereiften Hartkäsesorten wie z.B. Emmentaler, Parmesan …
  • Sauerkraut
  • Bohnen und Hülsenfrüchte: besonders Kichererbsen und Sojabohnen
  • Nüsse: besonders Cashewnüsse, Erdnüsse, Walnüsse
  • alle Sojaprodukte, Weizenkeime
  • Obst: nachgereifte Sorten wie Bananen, Ananas, Kiwi, Papaya und Zitrusfrüchte
    aber auch Erdbeeren, Himbeeren und Birnen 
  • Getränke: Mate-Tee, schwarzer und grüner Tee, Energydrinks, vergorene Getränke, alkoholische Getränke (vor allem Wein und Weizenbier)
  • Essig: Weinessig, Balsamico, Obstessig (verträgliche Ausnahme: Apfelessig)
  • Zusätze: Hefe, Hefeextrakt, Boullion mit Hefe, Ketchup, Sojasauce, Worcestersauce, Sambal Oelek, Glutamat, Farb- und Konservierungsstoffe, Lebensmittelzusatzstoffe …

 Histamin-Liberatoren (Histamin freisetzende Nahrungsmittel):

Diese Lebensmittel können körpereigenes Histamin freisetzen, ohne direkt Histamin zu enthalten:

  • Schokolade und Kakao 
  • Hülsenfrüchte
  • Weizen, Weizenkeime, Weizenprodukte 
  • Zitrusfrüchte 
  • Nüsse - insbesondere Walnüsse
  • Tomaten, Spinat
  • Zitrusfrüchte, AnanasEinnahme geeigneter Probiotika:

Um die Histamin-Intoleranz ganzheitlich zu verbessern, ist die begleitende Einnahme der richtigen Probiotika ein wichtiger Baustein. Sie unterstützen den Körper dabei, die Verdauung wieder ins Lot zu bringen und stärken zudem das Immunsystem. Doch nicht alle Probiotika auf dem Markt sind für Histamin-Intolerante Menschen geeignet.

 

Histamin-senkende Probiotika-Stämme:

  • Bifidobacterium infantis      hilft dabei das Reizdarmsyndrom zu lindern
                                               und schützt vor Darmentzündungen
  • Bifidobacterium longum      unterstützt bei akutem Durchfall

 

neutrale Probiotika-Stämme (bilden weder Histamin, noch Tyramin*):

  • alle Bifido-Bakterienstämme  
  • Lactobacillus gasseri
  • Lactobacillus rhamnosus
  • Lactobacillus salivarius

 

Histamin-bildende Probiotika-Stämme:

  • Lactobacillus casei
  • Lactobacillus fermentii / fermentum
  • Lactobacillus lactis
  • Enterococcus faecialis
  • Enterococcus faecium
  • Escherischia coli
  • Lactobacillus delbrueckii subsp. bulgaricus

 

Tyramin-bildende Probiotika-Stämme:

  • evtl. Lactobacillus acidophilus und lactis  (keine gesicherten Studien)
  • Lactobacillus helveticus
  • Streptococcus thermophilus

 

*Tyramin gehört zu den biogenen Aminen und hemmt den Histamin-Abbau. Wer keine Tyramin-Intoleranz hat, muss sich daher nicht zwingend von diesen Bakterienstämmen abhalten lassen.

Quelle: Beutling 1996 „Biogene Amine in der Ernährung“
und
http://histaminentzug.de/die-10-besten-probiotika-bei-histaminintoleranz/

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