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Synonyme: Stevia Rebaudiana; Süsskraut; Honigkraut
Eine krautartige, blattreiche Planze, die seit Jahrhunderten in Südamerika bekannt ist. Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Compositae). Die Pflanze ist eine mehrjährige winterharte Staude, welche im Wildwuchs bis zu 60 cm, kultiviert bis zu 90 cm hohe Stauden hervorbringt. Ursprungsgebiet dieser Pflanze ist das Hochland von Amambay in Paraguay. Insgesamt gibt es in Südamerika rund 230 Stevia-Arten, aber nur die Stevia Rebaudiana Bertoni ist mit diesem hohen Gehalt an Süssstoffen ausgestattet.
Die Pflanze wird seit jeher von den einheimischen Guarani-Indianern als Süßungsmittel verwendet. Allerdings - wohlgemerkt in Form von Blättern! Nicht in der heutigen Form der aufgereinigten Steviol Glykoside!
Erstmals beschrieben wurde die Pflanze vom Schweizer Botaniker Moises S. Bertoni (1887), im Jahre 1905 ordnete er sie der Gattung Stevia zu.
In den milden Gegenden Englands, während des 2. Weltkrieges (ab 1941), wurde Stevia angebaut um eine Alternative zur allgemeinen Zuckerknappheit zu schaffen. Diese Anbauversuche schlugen aber aufgrund der sehr kühlen Sommer fehl und so geriet die Pflanze in den darauffolgenden Jahren wieder allmählich in Vergessenheit.
Ende der 60er Jahre wurden die Japaner auf Stevia aufmerksam (Yokoyama, 1977). In zwei Expeditionen wurden ca. 500.000 Wildpflanzen im Ursprungsgebiet ausgegraben und nach Japan gebracht (Ohira, J., 1987). Die Wildpflanzen wurden dort auf verschiedenen Versuchsstationen verteilt und Anbauversuche durchgeführt (Sumita, 1975). Der überwiegende Teil der kalorienfreien Süßstoffe am japanischen Markt enthält Steviaprodukte.
Im Jahr 1999 wurde ein Antrag auf Zulassung von Stevia Rebaudiana Bertoni als neuartiges Lebensmittel „Novel Food Verordnung“ vom wissenschaftlichen Lebensmittelausschuß der EU abgelehnt. Die Begründung der EU lautet: „Die gegenwärtige Informationslage sei nicht ausreichend, um eine umfassende gesundheitliche Unbedenklichkeit zu garantieren. Vorliegende wissenschaftliche Untersuchungen seien widersprüchlich und/oder entsprechen in ihrer Durchführung keinem derzeitigen Standard.“
Es gibt jedoch eine Vielzahl von Studien, welche die Unbedenklichkeit von Stevia beim Menschen zeigen. Dr. Daniel Mowrey, Dirketor des „American Phytotherapie Research Laporatory“ stellt fest:
"Nur wenige Substanzen haben jemals so viele negative Ergebnisse in Bezug auf Toxizität hervorgebracht wie Stevia. Praktisch jeder vorstellbare Toxizitätstest wurde mit Stevia und den entsprechenden Extrakten gemacht. Alle Resultate waren negativ.“ Im Jahr 2008 legte schließlich die JECFA (Gemeinsame FAO/WHO-Sachverständigenausschuss für Lebensmittelzusatzstoffe) einen ADI-Wert (empfohlene tägliche Verzehrmenge) von 4 mg/kg Körpergewicht fest. Unter Einhaltung der von der JECFA festgelegten Qualitätsstandards für den Steviaextrakt (mind. 95% Steviol Glykoside) und den empfohlenen Einsatzmengen ist Stevia als Lebensmittelzusatzstoff sicher.
In Australien, Neuseeland, grossen Teilen Asiens, der Schweiz, Frankreich und den USA dürfen seit dem Jahr 2008 Steviol Glykoside als Süßstoff in Lebensmitteln eingesetzt werden. Weltweit konsumieren ca. 16 Mio. Menschen täglich Stevia. Die weltweite Anbaufläche beträgt derzeit rund 30.000 ha, welche sich bei einer Zulassung von Stevia als Food-Additive in der EU sicherlich rasant ausweiten würde.
Definition der Steviol Glykoside (die aufgereinigten süssen Inhaltsstoffe der Stevia rebaudiana)
Untersuchungen in den letzen 40 Jahren zeigten, dass die Süßkraft von Stevia auf die verschiedenen Steviol Glykoside (auch Diterpenglykoside) zurückzuführen ist. Folgende Steviol Glykoside sind in unterschiedlicher Konzentration in der Steviapflanze (v.a. Blätter) enthalten:
Steviol Glykoside wurden nun endlich auch offiziell in der gesamten EU als Lebensmittelzusatzstoff zugelassen!
Stevia wird zur Zeit in vielen Teilen von Brasilien, Paraguay, Uruguay, in Zentralamerika, Israel, Thailand, Japan und der Volksrepublik China angebaut. Seit Jahrhunderten wird das Süsskraut von der indigenen Bevölkerung Paraguays und Brasiliens verwendet. Die Guaraní-Indianer nennen es ka"a he"ê und nutzen es, um ihren Mate-Tee zu süssen. Die Ureinwohner verwendeten allerdings nicht die aufgereinigten Steviol Glykoside, wie sie heute in den Produkten zur Verwendung kommen, sondern die Blätter der Pflanze !
In Japan werden Steviol Glykoside seit mehr als 30 Jahren als Süßungsmittel in diversen Nahrungsmitteln wie Brot, Säften, Bier, Schokolade, Kaugummis, eingelegtem Gemüse, Tee`s etc. eingesetzt, ohne dass jemals irgendwelche negativen Auswirkungen durch den Verzehr bekannt geworden wären.
Steviol Glykoside können als Süssstoff in einer Vielzahl von Lebensmitteln eingesetzt werden, wie etwa: